Mittwoch, 19. Oktober 2016

Akne inversa inguinal / Radikale Fistelresektion

Ich habe seit 2004 Akne inversa und wusste jedoch erst 2011, dass es sich um Akne inversa handelte.

Juni 2014 stellte ich mich in der dermatologischer Ambulanz der Charite in Berlin vor und wurde vorerst mit der Antibiotika Clindamycin und Rifampicin 300 mg/2x täglich für 10 Wochen lang behandelt. Die Operation wurde für 24.09.2014 vereinbart. Die Diagnose läutete: Akne inversa inguinal (am Leiste).

Am 24.09.2014 erfolgte die OP - eine 5x5 tiefe offene Wunde, deren Heilung genau zwei Monate dauerte. Jede Woche musste ich zur Ambulanz zur Kontrolle. Nekrose wurde auch festgestellt und gleich behandelt. Ich wurde bestens beraten und behandelt. Die Wundversorgung übernahm ich selbst.
Die Wundversorgung sah so aus:
- täglich Ausduschen mit antibakterielle Waschlotion Octenisept
- Wunde tamponiert und Kompresse und noch mal Kompresse und zuletzt der Pflaster.

24.11.2014 war die Wunde dann geschlossen.


Hier ein paar Bilder:
28.09.2014
07.10.2014

15.10.2014

02.11.2014

11.11.2014


Dienstag, 11. Oktober 2016

Glutealabszess / Offene Wunde


Der Abszess wurde innerhalb von sieben Tagen von Fingerkuppe bis zu der Größe von Handfläche entwickelt und war sehr schmerzhaft. Ich ging am 27.09.2016 in der Notfallambulanz, wohin mich meine Hausärztin geschickt hat, und wurde tags darauf mit der Vollnarkose operiert. Die Abszesswunde war 6x4x2 cm groß. Ich fand die Wunde gleichzeitig schön und hässlich.

3 Tage blieb ich im Krankenhaus und bewegte mich direkt nach der OP beziehungsweise Infusion von Kochsalzlösung zwecks Ausgleich der Flüssigkeit jeden Tag mindestens 30 Minuten bis zu mehrere Stunden im Freien, was sich positiv auf mich wirkte.

Zwei Tage später

Ich bekam jeden Tag Schmerzmittel - Ibupropfen 600 mg - bis 30.09. und habe nur bis zum 29.09. genommen, danach waren die Schmerzen erträglich und ich wollte mich unnötig mit dem Mittel belasten. 

Am 01.10.2016 wurde ich entlassen und bekam von der Pflegerin die Information, nachdem der Assistenzarzt sich von mir verabschiedet hat: die Wunde gar nicht mit dem Leitungswasser auszuspülen. Sie ist kürzlich auf der Fortbildung gewesen und wusste, dass die Antiseptika auf die Kompresse in die Wunde tamponiert ausreichen würde.
Ich bekam Antiseptika-Mittel, Verbandmaterialien sowie die Entlassungspapiere und durfte dann nach Hause. Die Freude war so groß, natürlich.

Natürlich war alles, womit Sitzen, Gehen und Bewegung zu tun hat, anstrengend - aber das war mir schon vorher bekannt. Ich hatte ja schon mal ähnliches gehabt und diesmal war es erträglicher, nicht so heftig wie vor zwei Jahren bei meiner 1. offene Wunde.

Am 03.10. bin ich wieder ins Klinik gegangen zwecks Verbandwechsel, und der Arzt teilte mir mit, dass die Wunde sehr gut aussähe. Ich solle mich am nächsten Tag bei der Hausärztin und Arzt für Chirurgie vorstellen und von dort weiter behandelt werden.


Ich entschied mich für die Chirurgin Naundorfer. Alles soweit gut. Ich sollte in zwei Tagen wieder kommen und durfte bis 21.10. nicht arbeiten gehen. Von dort bekam ich weitere Kompresse und Natriumchlorid.


Inzwischen ist eine Woche vergangen, und die Wunde sieht wirklich gut aus. Seit heute bekomme ich nur die Schaumstoffpflaster auf die Wunde und müsse ihn alle 3-7 Tagen wechseln. Perfekter gehts nicht.

Duschen ist erstmal tabu seit 30.09., der gute Waschlappen kommt seitdem im Einsatz.




KEIN Ausduschen

NUR Desinfektion (reichlich) auf die Kompresse und auf die Wunde legen/tamponieren und weitere Kompresse darauflegen

Nach einer Woche Schaumstoffpflaster ohne Desinfektion (alle 3 Tage wechseln)

28.10.2016
Die Kontrolle bei Chirurg erfolgte heute: Wunde sieht gut aus. Die Umgebung ist durch das Pflaster stark gerötet - für eine Woche Pathenol auf die Kompresse bis zur Abheilung der Rötung. Danach gewohnt Suprasour Schaumstoffpflaster.


Von 31.10.2016 bis 30.11.2016 war ich im Urlaub auf kanarische Inseln und wie immer täglicher Verbandwechsel mit Pathenol, denn die Schaumstoffpflaster tut meiner Haut weniger als mir lieb ist gut.


Am 28.11. badete ich im Salzmeer und das war sowas von grandios - die Wunde ist inzwischen geschlossen und trocken. Ich gebe die Narbe jeden Tag dünne Salbe darauf.


Warum diesen Blog?

Akne Inversa? Aha, also Pickel, Akne, Mitesser durch die falsche Ernährung, schlechte Lebensweise, mangelnde Hygiene. Welch' Irrtum!

Ich habe schon seit Pubertät der typische Akneproblem namens Akne vulgaris. Ist eben so...ist genetisch bedingt, da meine Eltern das auch hatten, mein Bruder auch. Damit habe ich mich abgefunden und angefreundet.

Mit 11. Lebensjahr hatte ich pubertär Pickel, ab 14. Lebensjahr begannen periodenweise die Abszessen - ich hatte die Eiterbeulen nur am Steißbein, welche von der Hausärztin mithilfe von Skalpell geöffnet worden wurde. Damals ging es ganz schnell - natürlich hatte es weh getan, doch sobald die Eiter geöffnet wurde, gab es eine totale Erleichterung. Zum Schluss Pflaster darauf, fertig. Das wars.

Aber Akne inversa (AI) ist was ganz anderes.

Mit 24 kamen die wiederkehrende Abszessen an beide Leistengegende verbunden mit gelegentliche Bewegungseinschränkungen aufgrund der Schmerzen und die Gänge zu diverse Dermatologen erfolgten: immer wurde ich in meiner Intimsphäre verletzt, indem die Ärzte ungefragt genau an meine Schmerzbereich "befummelten", verschrieben mir Salben, Medikamenten (die ich nicht eingenommen hatte) und wussten auf meine Fragen keine Antwort, was mich eines Tages dazu veranlasst hatte: keinen Hautarzt mehr zu besuchen, um mir der nicht-respektvolle Prozedur zu ersparen.

Aber meinen Leidensdruck war nach wie vor im Präsenz und wirkte negativ auf meine Psyche aus: ich hatte deshalb Komplexe, vorallem im Bereich Schwimmen, schwimmen gehen und ins Sauna gehen. Ich gab mir irgendwann einen Ruck und recherchierte sehr lange nach einer wirklich guten Hautarzt/Hautärztin. Ich wurde bei Dr. Degenhardt in Bremen fündig und mit sechs Monate lange Wartezeit (!) hatte es sich als gelohnt ergeben. Ich wurde vertrauensvoll aufgenommen ohne Fummelei und so, und die Diagnose ist: Akne inversa. Es gibt drei Möglichkeiten: 1. Medikation Antibiotika, 2. stärkere Antibiotikatherapie, 3. Radikale Exzision.

Es gibt nur sehr wenige informative Seiten darüber und viele Fragen blieben auf der Strecke. Sie wurden im Laufe der Zeit durch eigene Erfahrungen gesammelt und ich fand dann endlich Antworten auf meine viele Fragen. Die Idee mit dem eigenen Blog setze ich nach und nach um. :)

Ich habe hier die wichtige Daten eingefügt und hoffe, dass für die Leser einige Aha-Erlebnisse und daraus gewonnene Antworten erzielt werden können.

Bei Anregung, Fragen, Information oder auch Kritik - ich freue mich auf deine Email bzw. Kommentar.

Viele Grüße,
Jenny